Für Gründer & kleine Unternehmen
Gründer-Wissen
Kompakte, datierte Fakten zu Steuern, Registern und Rechtsformen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jeweils mit Stand-Datum und Link zur amtlichen Quelle.
Hinweis: Diese Seite bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln und Beträge können sich ändern — prüfen Sie die jeweils amtliche Quelle und ziehen Sie im Einzelfall fachkundigen Rat hinzu.
Deutschland
SteuernStand: Juni 2026
Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)
Als Kleinunternehmer:in führen Sie keine Umsatzsteuer ab und weisen auf Rechnungen keine aus — dafür ist kein Vorsteuerabzug möglich.
- ✓Seit dem 1. Januar 2025 gelten 25.000 € Vorjahresumsatz und 100.000 € im laufenden Jahr als Grenzen.
- ✓Auf Rechnungen gehört ein Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 19 UStG (keine MwSt ausgewiesen).
- ✓Auch Kleinunternehmer müssen seit 2025 strukturierte E-Rechnungen (XRechnung/ZUGFeRD) empfangen und lesen können.
- ✓Der Wechsel zur Regelbesteuerung ist möglich, bindet Sie aber mehrere Jahre.
Quelle: Bundesfinanzministerium
RegisterStand: Juni 2026
Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.)
Die W-IdNr. ist die neue bundeseinheitliche Identifikationsnummer für alle wirtschaftlich Tätigen in Deutschland.
- ✓Sie wird seit Ende 2024 stufenweise vergeben und ergänzt Steuernummer und USt-IdNr.
- ✓Format: „DE" + 9 Ziffern + ein 5-stelliges Unterscheidungsmerkmal je Tätigkeit/Betriebsstätte.
- ✓Eine gesonderte Beantragung ist in der Regel nicht nötig — die Vergabe erfolgt von Amts wegen.
Quelle: Bundeszentralamt für Steuern
RegisterStand: Juni 2026
Transparenzregister (Geldwäschegesetz)
GmbH, UG und AG müssen ihre wirtschaftlich Berechtigten aktiv im Transparenzregister eintragen.
- ✓Seit 2022 ist es ein Vollregister — die Eintragung erfolgt nicht mehr automatisch aus anderen Registern.
- ✓Wirtschaftlich Berechtigte sind natürliche Personen mit mehr als 25 % Anteilen oder Stimmrechten.
- ✓Änderungen müssen zeitnah aktualisiert werden; Versäumnisse können mit Bußgeldern geahndet werden.
Quelle: Transparenzregister
Österreich
RechtsformStand: Juni 2026
Flexible Kapitalgesellschaft (FlexCo / FlexKapG)
Seit 2024 gibt es in Österreich die FlexCo — eine Rechtsform zwischen GmbH und AG, besonders für Startups.
- ✓In Kraft seit 1. Januar 2024; Mindeststammkapital 10.000 €.
- ✓Unternehmenswert-Anteile erleichtern die Mitarbeiterbeteiligung.
- ✓Anteilsübertragungen sind einfacher möglich als bei der klassischen GmbH.
Quelle: Unternehmensserviceportal (USP)
RechtsformStand: Juni 2026
GmbH-Gründung ab 10.000 € Stammkapital
Das Mindeststammkapital der österreichischen GmbH wurde 2024 auf 10.000 € gesenkt.
- ✓Mindeststammkapital 10.000 €, davon mindestens 5.000 € bar einzuzahlen.
- ✓Die frühere „gründungsprivilegierte GmbH" entfällt dadurch.
- ✓Ein Notariatsakt bleibt für die Gründung erforderlich.
Quelle: Unternehmensserviceportal (USP)
Schweiz
SteuernStand: Juni 2026
MWST-Registrierung ab CHF 100.000
In der Schweiz wird die Mehrwertsteuer-Registrierung ab CHF 100.000 Jahresumsatz obligatorisch.
- ✓Massgebend ist der weltweite Umsatz von CHF 100.000 pro Jahr.
- ✓Darunter ist eine freiwillige Anmeldung möglich (z. B. für den Vorsteuerabzug).
- ✓Die Anmeldung erfolgt bei der Eidg. Steuerverwaltung (ESTV); die UID dient zugleich als MWST-Nummer.
Quelle: Eidg. Steuerverwaltung (ESTV)
DACH-weit
BarrierefreiheitStand: Juni 2026
Barrierefreiheit für digitale Angebote
Viele digitale Produkte und Dienstleistungen müssen barrierefrei gestaltet sein.
- ✓In Deutschland gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) seit dem 28. Juni 2025.
- ✓Betroffen sind u. a. Online-Shops und bestimmte Dienstleistungen; für Kleinstunternehmen gilt bei Dienstleistungen teils eine Ausnahme.
- ✓In der Schweiz ist eine Revision des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) geplant.
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